Schreiben hat wohl mit den eigenen Ängsten zu tun. Warum sonst wollte mir nichts anderes einfallen, als meinen gerade  aus dem Outback zurückgekehrten Shane O’Connor in die nächste Hölle zu schicken?

Ich nahm es als eine Fügung des Schicksals: Freunde in Cairns luden mich in ihr Strandhaus am Great Barrier Reef ein.

Meine liebste Szene bei “Flipper” war die, wenn sich die Taucher mit ihren Flossen vom Bootsrand per Rolle rückwärst ins Meer fallen ließen. Auf sie wartete da unten erst mal der „zahme“ Delfin, aber auf mich? Ich ging es langsam an. Mit Schnorchel und Brille und von der Bootsleiter. Außerdem war ich noch ein bisschen seekrank von der halben Stunde auf dem Boot. Aber – Wow! Tatsächlich bot sich mir da unten eine bezaubernde Unterwasserwelt aus bunten Fischen, die zwischen bizarr geformten Korallen umherschossen als würden sie den ganzen Tag Verstecken spielen. Doch meine Faszination hielt nur Sekunden. Denn jeden Moment fürchtete ich in meinem Rücken das gezackte Maul und die starren Augen eines Riffhais. Ich vergaß natürlich prompt, dass meine Nase im Plastikschutz einer Taucherbrille verpackt war und sie zum Einatmen nichts mehr nutzte. Binnen Sekunden fühlte ich mich dem Erstickungstod nahe. Dummerweise schwappte auch noch eine Portion Meerwasser in meinen Schnorchel …

Wie erleichtert war ich als ich endlich wieder an meinem Schreibtisch sitzen und den armen Shane O’Connor vorschicken konnte … In der Neuauflage habe ich Barrier Reef dann auch Todesriff genannt.