Wenn man nicht 10.000 Dollar die Woche im Four Seasons ausgeben will, bietet Airbnb eine gute Alternative. Für schon 300 oder 600 Dollar die Woche kann man ein Zimmer in einer Privatwohnung bekommen. In Harlem zum Beispiel. Harlem, im Norden von Manhattan, dem Zentrum afroamerikanischer Kultur. Dass die Vermieter Weiße waren hat mich irgendwie beruhigt. Ich glaube, weil ich mich als Weiße immer noch mitschuldig am Sklavenhandel fühle. Und weil das Fremde Angst macht. Weil man die Gesetze nicht kennt, die Zeichen nicht deuten kann. Weil man zum Beispiel nicht weiß, was weiße Turnschuhe mit blauen Streifen bedeuten und was helle Timberlands. Oder man nicht weiß, ob Drogendealer nur Wrangler Jeeps fahren. Aber wer sitzt in diesen blankpolierten schwarzen Suburbans?

Warum stehen die Leute vor den Häusern? Warten sie? Worauf? Wollen sie nur ein bisschen reden? Oder dealen sie? Unsicherheit und Nichtwissen erzeugen Argwohn und Misstrauen. Da braucht es oft nur noch ein paar Menschen mehr mit demselben, vielleicht noch stärkeren Misstrauen – und schon hat man die besten Voraussetzungen für eine feindselige Situation – und im schlimmsten Fall – einen Krieg geschaffen.

Reisen ist spannend.