Australien war die erste Wahl gewesen. Aber Schriftsteller stehen dort nicht auf der Liste der gesuchten Berufe. Und ausländische Physiotherapeuten müssen ihre gesamte Ausbildung dort noch einmal absolvieren.

„Wir müssten uns als Friseur bewerben“, hatte Simona am Ende umfangreicher Recherchen entnervt gesagt.

„Oder als Maurer“, hatte ich kapitulierend hinzugefügt.

„Warum gehst du nicht nach Irland?“, fragte mich eine Kollegin auf der Buchmesse. „Dort werden Schriftsteller besonders geschätzt – oder vielleicht auch unterschätzt, denn sie zahlen keine Steuern!“

Sie hatte sich ein kleines Cottage in Meeresnähe gekauft. Ich dachte an Heinrich Böll und an die Romane, die ich dort schreiben würde. Die Vorstellung von Whisky-Abenden am prasselnden Kaminfeuer in einem romantischen Cottage – in einer windgepeitschten Bucht – hatte durchaus ihren Reiz, aber leider vermeldete die Klima- und Niederschlagstabelle zu viele solcher Kaminabende. Und da Simona und ich die Wärme und die Sonne lieben, strichen wir Irland von unserer Liste.

Ein australischer Freund schlug uns die Fidschi-Inseln vor – die seien doch französisch, und Frankreich gehöre zur EU. Es müsste also ganz einfach sein, dort einzuwandern.

Fidschi-Inseln! Großartig! Ich dachte an Gauguin, obwohl der auf Tahiti war …Ja, ich sah uns schon, mit Muschelketten behängt, an korallenweißen Stränden lustwandeln und in Strandbars Kokosmilch trinken. Zu früh gefreut: Auf den Fidschis gelten ganz besondere Einwanderungsbedingungen. Also auch gestrichen.

Irgendwann, als wir gerade Kanada von unserer Liste gestrichen hatten, kam eine Einladung in unseren Münchner Briefkasten gesegelt: Ruth, eine Freundin aus meiner Zeit in der Filmbranche hatte in Sevilla geheiratet und lud uns für ein paar Tage zu sich ein … (Auszug aus Vamos a la playa)