„Ich frage mich, was wir mit den ganzen Sachen machen sollen“, sagte Rose, und Tess folgte ihrem Blick, der über die antike Anrichte und die Vitrine glitt, auf der die Sammlung von Porzellanfiguren aufgereiht war, eine Leidenschaft von Eleonore. Hier ein Figürchen aus China, da eines aus Nymphenburg, dort eines aus Meißen, hier ein filigraner Hirsch, da eine Frau mit Sonnenschirmchen, eine Miniaturwelt, in der es weder Alter noch Veränderung gab. Die harte, glänzende Glasur hielt jedem Einfluss  stand. In den letzten Jahren, als die Demenz bei ihr schon weit fortgeschritten war, hatte Eleonore stundenlang diese stummen und starren Figuren betrachtet und sich murmelnd mit ihnen unterhalten. Tess hatte versucht, ihr zuzuhören, hatte aber nichts verstanden. Später war sie dann oft aggressiv geworden, hatte trotz der nachlassenden Kräfte mit einer ausholenden Armbewegung Gläser aus dem Regal gewischt oder mit einem Küchenmesser Polster aufgeschnitten. Doch als sie anfing, das Messer sogar  gegen Grandpa zu richten, fiel die Entscheidung.

Mehr …